Bauzäune im Ilse-Kiez: Nachbarschaft und Landespolitik fordern Klärung und Dialog

Seit dem 3. August stehen in den Innenhöfen des Ilse-Kiezes Bauzäune. Die landeseigene HOWOGE hat die Grünflächen mitten im Sommer abgesperrt – obwohl grundlegende baurechtliche und planerische Fragen weiterhin offen sind. In einer Pressemitteilung vom 5. August übt die CDU-Landtagsabgeordnete Lilia Usik gemeinsam mit unserer Bürgerinitiative scharfe Kritik an diesem Vorgehen.

Liebe Anwohnerinnen und Anwohner,

die plötzliche Aufstellung der Bauzäune hat im Kiez für erhebliche Unruhe gesorgt. Das Absperren der Wiesen erzeugt den Eindruck, als seien die Bauentscheidungen längst gefallen. Doch formal ist genau das Gegenteil der Fall.

Usik (CDU): „Die Menschen dürfen nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden“

Die Abgeordnete Lilia Usik (CDU) kritisiert die Maßnahme der HOWOGE in ihrer aktuellen Presseerklärung deutlich:

Die Bauzäune vermitteln den Eindruck, als sei die Bebauung der Innenhöfe längst entschieden. Tatsächlich sind jedoch wichtige politische, planerische und rechtliche Fragen weiterhin offen. Die Menschen im Ilse-Kiez dürfen nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden […]. Die HOWOGE muss jetzt mit ihren Mieterinnen und Mieter sprechen – offen, transparent und auf Augenhöhe.“

Lilia Usik, MdA (CDU)

Usik unterstreicht zudem, dass die CDU weiterhin an der Seite der Anwohnerschaft steht.

Der Zeitpunkt der Absperrung ist auch verwaltungstechnisch unverständlich: Das Bezirksamt Lichtenberg hat erst im Juli angekündigt, das Bebauungsplanverfahren 11-125 wiederaufzunehmen und die rechtlichen Rahmenbedingungen der bisherigen Baugenehmigungen zu prüfen. Auch die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat sich für den Schutz der Höfe ausgesprochen.

Dietmar Stengel von der Bürgerinitiative „Rettet den Ilse-Kiez“ ordnet die Lage wie folgt ein:

Die Bezirkspolitik hat deutlich gemacht: Zuerst müssen die offenen Fragen geklärt und gemeinsam tragfähige Lösungen erarbeitet werden. Jetzt Bauzäune aufzustellen, während diese Klärung noch läuft, schafft genau den gegenteiligen Eindruck. Die Menschen fragen sich zu Recht: Was soll hier vorbereitet werden und warum spricht vorher niemand mit uns?“

Dietmar Stengel, Bürgerinitiative „Rettet den Ilse-Kiez“

Die Bürgerinitiative betont erneut, dass es nicht um eine grundsätzliche Verhinderung von Wohnungsbau geht. Gemeinsam mit Fachleuten und der Politik wurden bereits mehrfach tragfähige Alternativen aufgezeigt:

  • Gezielte Randbebauung auf bereits versiegelten Flächen.

  • Dachaufstockungen auf den bestehenden Gebäuden.

Diese Ansätze ermöglichen neuen Wohnraum, ohne die bestehenden Freiflächen und die grüne Infrastruktur des Kiezes zu zerstören.

Wir halten euch über die nächsten Schritte auf dem Laufenden. Die vollständige Presseerklärung von Lilia Usik (MdA) vom 05.08.2026 steht hier als PDF zum Download bereit.