Presse: Von wegen Verständigung: Anwohner*innen widersprechen Einigung mit der Howoge

„Die Nachverdichtung im Ilsekiez ist kein leichtes Unterfangen für die Wohnungsbaugesellschaft Howoge, deren Slogan da lautet: „Wir gestalten das Berlin der Zukunft lebenswert. Mehr als gewohnt.“ Am Ilsekiez zeigt sich ein typisches Problem für Berlin…“ (Der Tagesspiegel) 

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Tagesspiegel Leute Newsletter _ Lichtenberg 15.01.2018

Quelle: Der Tagesspiegel

7 Replies to “Presse: Von wegen Verständigung: Anwohner*innen widersprechen Einigung mit der Howoge”

  1. Kerstin Zimmer und Norman Wolf machen sich ja völlig unglaubwürdig mit ihrer Aussage. Als wenn nicht schon sorgfältig und lang genug geplant und geprüft wurde.
    Es ist immer wieder das Gleiche: der Wohnungsbau muß vorangetrieben werden, nur nicht hier und nicht da, die beste Alternative ist keine Bebauung, oder so wenig, dass kaum noch was davon übrigbleibt. Und das ist dann so teuer, dass sich das nur eine Minderheit leisten kann.
    Und liebe Bewohner: Habt Ihr Euch eigentlich schon mal gefragt, wie sich andere, die eine Wohnung suchen, über Eure freuen würden, mit welchem Recht blockiert Ihr weiter dringenden Wohnungsbau? Ihr lebt in einer Großstadt und nicht auf dem Land. Natürlich will man etwas Grün vorm Fenster, aber wenn Ihr einen Naturpark möchtet, zieht nach Brandenburg. Ihr macht Euch lächerlich mit Eurem Egoismus.
    Und was die Forderung nach einer angeblichen Alternative Wartenberger Str. angeht, sollte das zusätzlich für Wohnungsbau verwendet werden und nicht als Ersatz.

  2. Hallo Herr Schäfer,

    Ihrem ersten Satz entnehme ich, dass Sie mit dem laufenden Verfahren (B-Plan 11-125) bekannt sind.
    Wenn das so ist, wird Ihnen nicht entgangen sein, dass die Bürger im Ilse-Kiez für die Schaffung von neuem Wohnraum im Kiez gute Vorschläge unterbreitet haben.
    Was die Bürger nicht wollen, ist die Bebauung von Spiel- und Sportplätzen für unsere Kinder und Enkel und der Grünanlagen in den Innenhöfen.
    Über 100 Wohnungen könnten durch Dachausbau und oder Dachaufbauten entstehen. Architekten und Bauingenieure haben uns bei der Prüfung dieser Möglichkeiten und Ermittlung der Kosten unterstützt.
    Ihre Aussage, dass wir uns keine Gedanken machen würden, wie zusätzlicher Wohnraum bei uns im Kiez geschaffen werden kann, stimmt somit nicht!
    Der Vorschlag von Ihnen, dass unsere Mitbewohner doch nach Brandenburg ziehen sollen, ist so unsachlich, dass ich ihn nicht weiter kommentieren möchte.
    Sie meinen, dass sich unsere Mitbewohner lächerlich machen, dann empfehle ich Ihnen, sich mit den im Beziksparlament vertretenden Parteien in Verbindung zu setzen. Hier gibt es einen breiten Konsens unter den Abgeordneten, dass die Innenhöfe der Wohnanlage im Ilse-Kiez zu erhalten sind und nach Alternativen zu suchen ist.
    Sind diese Abgeordneten auch Egoisten, machen sie sich auch lächerlich?
    Gerne führen wir den Dialog mit Ihnen fort und laden Sie zu uns ein.
    Die Kontaktdaten können Sie auf unserer Internetseite entnehmen.

    Viele Grüße
    sendet Ihnen
    Gerd Scheibe

    1. Sehr geehrter Herr Schäfer, ich nehme an, dass Sie selbst nicht im Ilse Kiez wohnen.
      Wir als Bürgerinitiative blockieren keinen Wohnungsbau. Ich finde es schon unmöglich, dass den Bürgerinitiativen ständig vorgeworfen wird, etwas zu verhindern.
      Ich bin froh in einem Land zu wohnen, in dem noch eine gut funktionierende Demokratie besteht, in der jeder als Einzelperson oder auch in Gruppen sich an politischen Entscheidungsprozessen beteiligen und seine Meinungen ein bringen kann. Und das nicht gegen sondern mit den gewählten Fraktionen, zum Beispiel in der BVV von Lichtenberg.
      Den ersten Teil Ihres Kommentars verstehe ich auch als eine sachliche Meinungsäußerung, jedoch verstehen Sie bitte, dass wir als Bürgerinitiative das Mandat von über 200 Bewohnern haben. Wir wollen nicht neue Wohnungen verhindern aber wir streiten mit allen beteiligten um Alternativen, also auch für den Erhalt der Innenhöfe.
      Es ist Ihnen auch sicher nicht entgangen, dass sich sogar Frau Frensch als Geschäftsführerin der HOWOGE, gemeinsam mit Frau Lompscher an die Spitze für eine bessere Beteiligung von Bürgern an Bauvorhaben gestellt hat. Nicht um Wohnungsbau zu blockieren sondern auch, um ihn zu beschleunigen. In der Demokratie ist es immer noch erlaubt über Alternativen sachlich zu streiten, eine davon ist auch, für den notwendigen Wohnungsbau nach alternativen Flächen zu suchen.
      Wenn Sie es wirklich so gemeint haben, das Menschen, die sich bewusst an Demokratie beteiligen Egoisten sind …
      Ich persönlich möchte dieses Land und diese Stadt mitgestalten und ziehe genau aus diesem Grund nicht aufs Land.

  3. Guten Tag,
    ich muss Thilo Schäfer da vollkommen recht geben. Bauen? Ja gern aber doch bitte nicht vor unserer Haustür! Günstige Miete? Ja selbstverständlich! Was in anderen Bezirken bzw. mit anderen Mietern geschieht, ist mir aber Wurscht! Demokratisches Denken und Handeln wie von Ihnen Herr Stengel so genussvoll ins Spiel gebracht, beinhaltet jedoch auch solidarisches Denken und Handeln und keine Engstirnigkeit und keinen Egoismus unter dem Deckmantel einer Bürgerinitiative! Wir wollen Weltstadt sein und geben uns doch gern so kleinbürgerlich. In Zeiten knappen Wohnraums und explodierender Mieten kann so viel Unverfrorenheit nur von sich in Sicherheit wiegenden Mietern eines städtischen Wohnungsbauunternehmens kommen (zu denen ich übrigens auch seit mehreren Jahrzehnten zähle). Hier wird sich teilweise geriert als ob die HOWOGE ein Naturschutzgebiet zu betonieren will oder die Verdichtung soweit voran treibt, dass die neue Gebäudewand keinen Meter vom Mieterfenster entfernt errichtet wird. Es geht hier um Innenhöfe, die einen Großteil des Jahres verweist vor sich hin dümpeln und bis auf den Spielplatz kaum frequentiert sind bzw. genutzt werden. Man hält halt gern an seinen Pfründen fest und will das andere die Pillen schlucken. Und noch einmal: Meine Meinung tue ich hier als HOWOGE-Mieter mit einem unbezahlbar günstigen Uraltmietvertrag und als „Ur-Karlshorster“ kund! Abschließend würde mich deshalb noch brennend interessieren, wie viele von den „Bürgerbewegten“ hier Zugezogene sind, die den jahrzehntelangen sterbenslangweiligen Status Quo des so genannten Ilse-Kiezes erst seit kurzem für Ihre vorgeschobenen Belange entdeckt haben…
    Traurige Grüße
    Karl

  4. Hallo Herr „Karl‘,

    wir freuen uns über jeden Beitrag. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie und wenn ja, wo Sie bei uns wohnen.
    Es gibt nach unseren Umfragen nur wenige Mieter unserer Wohnanlage, die Ihre Meinung teilen.
    Wir vertreten auch viele junge Familien im Kiez, die die grünen Innenhöfe für Ihre Kinder erhalten wollen. Sind diese Mitbürger auch engstirnig?
    Beteiligen Sie sich bei uns in der BI und bringen Sie sich für die Zukunft unserer Stadt ein!

  5. Hallo Karl,
    ich bin auch Mieter der HOWOGE und stimme Ihnen zu, es ist ein Glück noch nicht so direkt von den ständig steigenden Mietpreisen betroffen zu sein.
    Wenn es wirklich so einfach ist , das wir alle nur solidarisch etwas zusammenrücken und schon steigen die Mieten nicht mehr dann bin ich dabei. Leider fehlt mir der Glaube und meine Lebenserfahrung sagt mir am Ende gibt es mehr Verlierer als Gewinner und die Mieten steigen weiter.
    Ich habe wie viele meiner Nachbarn ein Interesse an den tollen Höfen und kann Ihnen versichern, dass ich diese sowohl mit meinen Kindern und jetzt Enkeln reichlich genutzt habe und weiter nutzen will.
    Ich genieße es wenn sich am Wochenende Jugendliche mit Ihren bunten Sportschuhen zum Bolzen auf dem Fußballfeld treffen. Auch wenn die Musik manchmal etwas Laut ist, jedoch kann man gut mit den Jugendlichen reden über die laute Musik und auch wie Ihre Vorstellungen zur Bebauung der Höfe sind – Kommen Sie doch im Frühjahr mal vorbei und haben den Mut sich mit der Generation von Morgen zu unterhalten.
    Glauben Sie mir die Höfe leben, es wird gespielt, gegrillt und gelacht. Sicher ist es schön am Abend auch die Ruhe mit allem was diese Höfe an Natur bieten zu genießen.
    Ich möchte nicht, dass diese Flächen unüberlegt zerstört werden. Ich bin dann eher dafür, dass diese Höfe so umgestaltet werden, dass mehr Menschen ob jung oder alt gemeinsam die Höfe für sich entdecken können. Es sollte ja nicht gleich ein Naturpark werden.
    Ich grüße Sie freundlich, gerade auch deshalb weil Ihre Sicht eine andere ist.
    Frank

  6. Hallo Herr Schäfer, Hallo Karl,

    die Anwohner und die Bürgerinitiative engagieren sich nicht nur, weil sie keine neuen Wohnungen haben wollen, sondern weil in Karlshorst-West (hier befindet sich der Ilse-Kiez) ein Mangel an öffentlichen Grünflächen herrscht. Es gibt einen Richtwert des Berliner Senats, der festlegt, dass pro Einwohner 6 qm öffentliche Grünfläche in einer Entfernung von 500 m zur Verfügung stehen sollen.

    Also Grünflächen und Berlin sollen sich nicht ausschließen!

    Das Wohngebiet um den Ilse-Kiez ist diesbezüglich völlig unterversorgt. Die Anwohner und die Bürgerinitiative möchten aus diesem Grund die Vernichtung weiterer Grünflächen in DIESEM Gebiet verhindern. Deshalb finde ich das Suchen von Alternativflächen durchaus sinnvoll. Damit rücken die Aussagen von Kerstin Zimmer und Norman Wolf in ein ganz anderes Licht.

    Außerdem blockiert die Bürgerinitiative nicht den Wohnungsbau, sondern hat Alternativvorschläge für Wohnungsbau im Ilse-Kiez gemacht, die die Grünflächen fast vollständig erhalten könnten. Für die HOWOGE ist das aber nicht profitabel genug!

    Ich wünsche der Bürgerinitiative viel Kraft und Ausdauer. Weiter so!

    Beate

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